Das Outback in Australien sind jene Regionen, die fernab von Städten und jeglicher Zivilisation liegen. Das bezieht sich auf rund drei Viertel der Fläche des gesamten Kontinents. Das Outback reicht im Norden und Westen bis fast an die Küste, während es im Osten die Hälfte von Queensland einnimmt. Im Süden beginnt das Outback ca. Hundert Kilometer von der Küste und den Großstädten entfernt. Der Begriff „Outback“ wurde 1869 zum ersten Mal verwendet. Damals meinte man damit die Landschaft westlich von Wagga Wagga, einer 50.000-Einwohner-Stadt in New South Wales.

Outback Australien Straßenschild

Das Outback in Australien in den unterschiedlichen Klimazonen

Wenn ihr Australien noch nicht kennt, werdet ihr mit dem Outback erst einmal das „Red Centre“ in Verbindung bringen, die Wüste mit dem roten Sand. Da das Outback so groß ist, umfasst es aber verschiedene Klimazonen. Auch landschaftlich ist das australische Outback von extremen Unterschieden geprägt. Das Outback in Queensland besteht weitestgehend aus unberührtem Regenwald – am Cape Tribulation im Daintree Nationalpark könnt ihr diese faszinierende Natur hautnah erleben.

Das Outback im Zentrum Australiens ist trocken und sandig. Weite Teile des Outbacks sind der Natur überlassen, andere wurden als Weideland erschlossen. Das könnt ihr im so genannten Wheatbelt in Westaustralien gut sehen. Das Outback wird seit ca. 50.000 Jahren von den Aborigines bewohnt. Die westlichen Siedler mussten es sich erst langsam erschließen.

Die beste Reisezeit für das Outback in Australien

Outback AustralienDa das Australien Outback aufgrund der unterschiedlichen Klimazonen viele verschiedene Ausprägungen hat, könnt ihr euch bei der besten Reisezeit für das Outback an unserer grundsätzlichen Reisezeit-Empfehlung für Australien richten.

Im „Red Centre“ ist es immer heiß. Aber es gibt Monate, an denen es besonders heiß ist. Deshalb ist das Jahreszeiten-Verständnis der Aborigines ein wertvoller Hinweis. Sie unterschieden zwischen sechs Jahreszeiten:

  • Im Piryakatu – August und September – blühen die Blumen.
  • Im Wiyaringkupai – Oktober und November – wird die Nahrung knapp, weil es zu heiß ist.
  • Im Itanja – Januar und Februar – kann es zu plötzlichen Stürmen kommen.
  • Im Wanitjunkupai – im März – wird es kälter.
  • Im Tjuntalpa – April und Mai – kommen Wolken und Regen.
  • Im Wari – Juni und Juli – kann es in der Nacht Frost geben.Australien Outback

Für Europäer bedeutet das: Die mit Abstand beste Reisezeit sind die Monate September und März. Dann ist es etwas kühler, aber es gibt keine Stürme, keinen Regen und auch keinen Frost. Allerdings steigen auch in den kühleren Monaten die Temperaturen tagsüber auf über 30 Grad, und es passiert bei weitem nicht jedes Jahr, dass es während der „Regenzeit“ wirklich regnet. Der Nationalpark im Herzen vom „Red Centre“ ist zwar eine Halbwüste, aber voller Pflanzen, Tiere und Vögel. Der bekannteste Bewohner ist das Rote Känguru, aber es gibt zahlreiche weitere anderen Tiere. So hat man bisher 178 verschiedene Vogelarten im Uluru-Katatjuta-Nationalparak gezählt.

Eure Fahrt in das australische Outback

Das Australien OutbackEs ist überlebenswichtig, dass ihr euch vor einer Fahrt in das Outback die aktuellsten Karten besorgt. Auf diesen Karten sind nicht nur die Orte des australischen Outbacks, sondern auch Versorgungseinrichtungen wie Rastplätze und Tankstellen eingetragen. Wir fahren immer gerne mit den Hema-Karten, die es in allen möglichen Größen gibt.

Bei jeder Tankstelle im Outback solltet ihr tanken – lieber öfters als auf den letzten Metern an eine Tankstelle ranzufahren, die dann eventuell geschlossen ist. So kannst du viele Sorgen vermeiden. In Australien solltet ihr übrigens nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr fahren – und das vor allem nicht im Outback!

Eure Merkliste für die Fahrt durch das Outback

  • Nehmt ausreichend Wasser für den Fall einer Panne mit! Unsere Faustregel ist 5 Liter Wasser pro Person zu dem normalen Wasserverbrauch bis zum nächsten Halt!
  • Tankt an jeder Tankstelle im Outback – auch wenn es nur wenige Liter sind, diese Liter können eure Reise entscheiden! (Wir sprechen aus Erfahrung!)
  • Fahrt nicht in der Dämmerung und Dunkelheit, zu diesen Zeiten erwachen die Tiere des Outbacks und UNfälle sind vorprogrammiert!

Wenn ihr einen Mietwagen nehmt, erhaltet ihr diesen Hinweis sogar offiziell und müsst unterschreiben, dass ihr darüber informiert seid. Der Grund ist einfach: In der Dämmerung und Dunkelheit wachen die Tiere im australischen Hinterland auf und werden aktiv. Es gibt nicht nur Kängurus, die euch vor das Auto springen können, sondern auch Ochsen, Pferde und wilde Kamele! Ein Zusammenstoß kann tödlich enden. Falls Regen einsetzen sollte, solltet ihr zudem unbedingt auf den asphaltierten Straßen bleiben, weil Schotterwege leicht zu reißenden Flüssen werden können.

Das Australien Outback: Straßenschild

Das australische Outback im Northern Territory

Touristen verstehen unter dem Outback hauptsächlich das Red Centre, die charakteristische Halbwüste in der Mitte des australischen Kontinents, das zum Northern Territory gehört. Das Red Centre hat die fast unfassbare Grüße von einer Million Quadratkilometern. Im Vergleich dazu hat die Bundesrepublik Deutschland ca. 138.000 Quadratkilometer! Alleine das Red Centre im Herzen des Outbacks ist also rund fünf Mal so groß wie Deutschland.  Das Red Centre wird von parallel verlaufenden Sanddünen durchzogen, die meist sparsam mit Stachelkopfgräsern bewachsen sind.

Alice Springs Outback AustralienInmitten dieser Wüste liegt Alice Springs als zentrale Stadt des Kontinents. Die Stadt gilt als Hauptstadt des Outbacks, gehört aber selbst nicht dazu, da nur unzivilisierte Gegenden als Outback bezeichnet werden. Alle anderen Städte in Australien liegen mindestens 1.500 Kilometer von Alice Springs entfernt. Alice Springs entstand, als der Australien 1872 eine Telegrafenleitung bekam, die quer durch den Kontinent führte. Anfangs konnte die Stadt nur mit importierten Kamelen erreicht werden, später wurde eine Eisenbahnlinie nach Alice Springs gebaut. Die Stadt ist dank einer erfolgreichen TV-Serie weltweit für ihre „Flying Doctors“ bekannt und ist der wichtigste Ausgangspunkt für alle Touristen, die die rote Halbwüste des Outbacks kennenlernen wollen. Die 25.000 Einwohner von Alice Springs haben sich auf die Outback-Touristen eingestellt. Ihr findet hier viele kleine Hotels und zahlreiche Geschäfte, in denen ihr alles für eine weite Fahrt in die Wüste erhaltet.

Weiter nördlich findet ihr die Gegend um Darwin, deren Outback sich grundlegend von dem im roten Zentrum unterschiedet. Regenwald und Mangroven zieren das Bild und ihr werdet auch andere Tierarten zu sehen bekommen – das Salzwasserkrokodil (auch Saltie genannt) ist hier zu Hause, weshalb ihr im Norden nicht unbedenklich baden gehen solltet. Ihr könnt im Outback der berühmtesten Nationalparks wunderschöne Wasserfälle aber auch außergewöhnliche Termitenhügel sehen.

Australien Outback Kakadu Nationalpark

Die besten Sehenswürdigkeiten im australischen Outback

Der Uluru – Ayers Rock

Der riesige rote Felsen, der mitten aus der Sandwüste herausragt und wirkt, als hätte hier ein Riese einen großen Stein einfach fallen gelassen, ist der weltberühmte Uluru, der auch als Ayers Rock bekannt ist. Er gehört zu den Top 10 Sehenswürdigkeiten in Australien und ist das beliebteste Ziel der meisten Alice Springs-Touristen, obwohl der Uluru inmitten des Uluru-Katatjua-Nationalparks fast 500 Kilometer von der Stadt entfernt ist.

Das Australien Outback: Der Uluru bzw. Ayers Rock

Der Uluru liegt im Lebensraum der Anang-Aborigines. Sie sind heute für den Stein verantwortlich, da ihnen der Uluru „zurückgegeben“ wurde. Daher wurde auch der Name Ayers Rock abgelegt. Für die Aborigines ist der Uluru von vielen Tabus umgegeben, sie sind daher heute auch für die Führungen und Wanderungen verantwortlich. Der Uluru ist 348 Meter hoch und hat einen Umfang von fast 10 Kilometern. Wenn ihr ihn einmal umwandern wollt, benötigt ihr hierfür einige Stunden, am Uluru selbst gibt es auch einige Regeln, die ihr unbedingt beachtet solltet. Einige Stellen des Uluru sind beispielsweise heilige Stätten der Aborigines, an diesen ist das Fotografieren auch streng verboten.

Das Cape Tribulation im Daintree Nationalpark

Eine der schönsten Orte im Outback von Australien ist der Daintree Nationalpark in Queensland. Es ist der genaue Gegensatz zum Uluru, den hier seht ihr keine rote Erde, sondern den ältesten Regenwald der Welt. Erfahrt hier, weshalb ihr unbedingt einmal zum Cape Tribulation reisen solltet.

Die schönsten Touren durch das Outback von Australien

Durch das gesamte Outback ziehen nur wenige asphaltierte Straßen, die im Prinzip entweder von Osten nach Westen oder von Norden nach Süden führen. Die wenigen Highways, die durch das Outback führen, verbinden die größeren Städte in Australien miteinander und sind wunderbare . Sie sind teilweise nach den Entdeckern benannt, die das Outback im 19. Jahrhundert durchquerten und davon Karten erstellten. Weltbekannte Reiserouten sind der Nullarbor, der von Westaustralien über den Eyre Highway mit der weltweit am geradesten verlaufenden Strecke bis nach Südaustralien führt.

Outback AustralienVon Port Augusta im Süden führt der Stuart Highway euch nach Alice Springs. Diese Strecke ist 1.225 Kilometer lang. Von Alice Springs geht es über den National Highway 1 weiter bis nach Darwin im Norden – das sind noch einmal 1.500 Kilometer. Wollt ihr von Brisbane nach Alice Springs, nehmt ihr den National Highway 2 und fahrt 2.992 Kilometer. Westlich von Alice Springs liegt in 3.559 Kilometer Entfernung an der Küste die Stadt Geraldton. Der Stuart Highway führt von dort aus direkt nach Alice Springs. Diese Strecke ist 3.559 Kilometer lang. Neben den asphaltierten Straßen gibt es einige wichtige unsealed roads – Schotterstraßen.

Mit der Bahn durch das Outback von Australien – The Ghan

The Ghan ist die legendäre Bahnreise mitten durch das Rote Zentrum von Australien. Die Reise führt euch von Adelaide in Südaustralien über Alice Springs bis hinauf nach Darwin im Northern Territory. Ihr werdet auf dem Weg – wobei auch Teilstrecken buchbar sind, die vielen unterschiedlichen Arten des Outbacks zu sehen bekommen. Eine sensationell schöne Reise, bei der ihr durch entsprechende Ausflüge ins Outback auch die Natur zu spüren bekommt.

Die anderen Seiten des Outbacks

Australien Outback: Das Ningaloo ReefWenn ihr im Outback nicht ausschließlich durch die Wüste fahren wollt, habt ihr noch zahlreiche andere Möglichkeiten, die Weiten und teilweise schwer zugänglichen Landschaften des Kontinents kennenzulernen. Im Süden locken die Blue Mountains mit ihrer malerischen Landschaft. Hier zeugen auf vielen Felsen Zeichnungen und Handabdrücke davon, dass Aborigines schon seit mindestens 14.000 Jahren hier zuhause waren. Alleine in den Blue Mountains gibt es heute sieben Nationalparks, einige von ihnen gehören dank ihrer seltenen Eukalyptusbäume zum Weltnaturerbe.

Australien Outback mal anders: Paronella Park in Queenland AustraliaIn Queensland im Osten des Kontinents faszinieren dagegen die tiefen Regenwälder. Auch dieses tropische Gebiet („Wet Tropics“) ist heute Weltnaturerbe. Das Klima ist angenehmer als in der Wüste. In den Monaten Juni, Juli und August steigen die Temperaturen selten auf über 22 Grad, in den Monaten Dezember bis März liegen sie bei höchstens 31 Grad. Hier leben seltene Baumkängurus und Vögel, die ihr nur in diesen Wäldern bewundern könnt. Die Tropenwälder von Queensland sind in eine lange Reihe von Nationalparks eingeteilt. Im Barron George-Nationalpark im Nordosten gibt es malerische Wasserfälle, im Kirrama-Nationalpark bizarre Berglandschaften. In allen Nationalparks werden Dschungel-Safaris angeboten. Für die Gäste gibt es Logdes, Motels und hübsche Ferienhäuser. Da der Strand oft ganz in der Nähe ist, kann in Queensland ein Strandurlaub mit einer Regenwald-Expedition verbunden werden.

Die Aborigines – die Ureinwohner Australiens

Australien Outback AboriginalDie Ureinwohner Australiens haben unterschiedlichste Stämme und Clans, die verschiedene Bräuche pflegen und oft auch sehr unterschiedliche Sprachen sprechen. Weite Gebiete wurden inzwischen von Australien an die Ureinwohner zurückgegeben. Wenn ihr Sehenswürdigkeiten im Outback besucht, werdet ihr deshalb meist von Aborigines empfangen und geleitet. Viele verdienen heute ihr Geld im Tourismus, obwohl auch ein Großteil der Aborigines immer noch von Hilfsarbeiten auf den Farmen abhängig ist. Seit die Aborigines das Recht über ihr Land zurückerhalten haben, kommt es in vielen Gebieten zu einer Retraditionalisierung der Ureinwohner. Viele Aborigines gehen heute wieder auf die Jagd oder pflegen ihr traditionelles Kunsthandwerk.

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