Würfelqualle

Bild vom Autor Tino
Tino
4. Mai 2020
130 Bewertungen

Australien ist bekannt für seine vielen giftigen bzw. gefährlichen Tieren. Während die meisten vermutlich zuerst an Haie, Spinnen oder Schlangen denken, wird die giftige Würfelqualle oft vergessen. Warum diese giftigen Nesseltiere so gefährlich sind und was ihr bei einem Stich tun solltet, erfahrt ihr hier. Eine Sache vorweg: Auch wenn Würfelquallen tatsächlich nicht ganz ohne sind, gibt es keinen Grund in Panik zu verfallen und ihr könnt euren Badeurlaub im wundervollen Australien trotzdem genießen!

Seiteninhalt

Fun Facts über die Würfelqualle

Zum warm werden habe ich erstmal ein paar interessante Fakten über die Würfelqualle für euch:

  • Große Würfelquallen haben bis zu 24 Augen
  • Würfelquallen lassen sich nachts auf den Meeresboden nieder um zu schlafen
  • Eine Gruppe von Würfelquallen wird als „Smack“ oder „Fluther“ bezeichnet
  • Würfelquallen schrumpfen, wenn sie nicht essen
  • Eine große Würfelqualle könnte theoretisch 60 Menschen vergiften

Würfelqualle Steckbrief

Name

Würfelqualle

Stamm

Nesseltiere

Lebensraum

flache Küstengewässer des Pazifik, Atlantik und Indik

Alter

bis zu einem Jahr

Größe

Schirmgröße: 1 - 30 cm, Tentakel bis zu 3 m

Gewicht

bis 2 kg

Nahrung

kleine Fische, Krebstiere, Würmer, Plankton

Feinde

Meeresschildkröten, Klimawandel, Umweltverschmutzung

Würfelquallen gehören, wie alle anderen Quallen auch, zu den Nesseltieren, wobei etwa 50 Arten dem Stamm der Wüfelquallen zugehörig sind. Sie alle haben eine Gemeinsamkeit: Der würfelförmige Körper, der als Medusa bezeichnet wird. Daran hängen bis zu 15 Tentakeln, welche bis zu 3 Meter lang sein können. Diese Tentakel enthalten etwa 5.000 giftgefüllte, stechende Zellen, die bei Kontakt mit anderen Tieren wie Fischen oder Menschen aktiviert werden. Obwohl nicht jede Art von Würfelquallen gefährlich ist, gibt es in australischen Gewässern mehrere hochgiftige Sorten. Auch die gefürchtete Seewespe, die als giftigstes Tier der Welt bezeichnet wird, gehört zu den Würfelquallen und lebt in den milden Gewässern vor Nord-Queensland. Deswegen solltet ihr beim Baden unbedingt Vorsichtsmaßnahmen beachten, doch mehr dazu später. 

Würfelquallen
Auch wenn die Würfelqualle auf dem Bild blau leuchtet, ist sie im Wasser quasi unsichtbar

Im Gegensatz zu vielen anderen Quallen, haben Würfelquallen die Fähigkeit entwickelt sich tatsächlich aktiv zu bewegen, anstatt sich nur von der Strömung treiben zu lassen – und das mit 6 Metern pro Minute gar nicht mal so langsam. Um dabei nicht versehentlich in eine Schildkröte, die einzigen natürlichen Fressfeine, zu schwimmen haben sie bis zu 24 Augen. 

Würfelqualle Australien

Ich weiß, das hört sich alles erstmal ziemlich unschön an, jedoch müsst ihr nicht direkt in Panik verfallen, denn in Australien kommen Würfelquallen nur an bestimmten Orten vor: Die beiden am häufigsten vorkommenden Arten sind die Seewespe und die Irukandji. Wenn die Aussies von eine „box jellyfish“ sprechen, dann ist meist die Seewespe gemeint: Diese kommt in den nördlichen Gewässern Australiens bis nach Fraser Island (Ostküste) bzw. Exmouth (Western Australia) im Zeitraum von Oktober bis Mai vor. Außerhalb dieser Monate werden zwar auch unangenehme Begegnungen mit den Meerestieren gemeldet, jedoch deutlich seltener. Wie ihr seht, sind auch die beliebten Touristenorte wie das Great Barrier Reef vor Cairns, das Ningaloo Reef vor Exmouth oder die Küstenstädte Broome und Darwin betroffen.

Der Irukandji zwar viel kleiner und nur mit einem Tentakel an jeder Ecke seines Körpers ausgestattet. Dadurch verfügen sie auch über weniger giftgefüllte Zellen und sind tendenziell weniger giftig als die Seewespe. Auch sie kommen an der Ost- und Westküste im Norden des roten Kontinents vor. Das Problem bei einem Stich der Irukandji-Qualle: Der Stich der Qualle selbst ist kaum schmerzhaft und bleibt oft unbemerkt. Erst ungefähr 30 bis 60 Minuten später tritt das Irukandji-Syndrom auf, und damit ist wirklich nicht zu spaßen! Auch wenn diese Reaktion auf das Gift selten tödlich endet, ist mit starken Glieder-, Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen zu rechnen. Dazu kommen noch extremer Schwindel und Brechreiz. 

Würfelquallen 101 – Das solltet ihr beim Baden beachten

Ich selber wurde zwar noch nie gestochen, doch die Erzählungen von Betroffenen klingen wirklich alles andere als spaßig. Sofern ihr während der „stinger season“ (1. Oktober bis 31. Mai) einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet, müsst ihr euch jedoch keine Sorgen machen und könnt ganz entspannt in den wunderschönen Gewässern von Australien dümpeln und die Sonne genießen.

🚨Haltet Ausschau nach Schildern, die vor dem Baden an bestimmten Abschnitten warnen und geht dieser Empfehlung unbedingt nach.

🚨 Wenn ihr unsicher seid, fragt den/die Rettungsschwimmer/in, ob das Baden am Strand empfehlenswert ist – sie wissen Bescheid!

🚨 In vielen beliebten Urlaubsorten wie Airlie Beach, Brisbane, Townsville oder Magnetic Island seid ihr im Wasser durch so genannten „stinger nets“ geschützt: Große Quallen wie die die Seewespe können durch die engen Netzmaschen nicht hindurch schlüpfen. Die geschützten Gebiete werden oft durch rote bzw. gelbe Fähnchen markiert. Vor den kleinen Irukandji seihr ihr aber nicht sicher.

🚨 Der Stich einer Qualle wird durch die Berührung des Tentakels mit der Haut ausgelöst, welche wiederum zu einer chemischen Reaktion führt. Am Strand werdet ihr also oft Menschen in dünnen schwarzen Neoprenanzügen sehen. Nein, das sind keine Frostbeulen, sie tragen lediglich einen „stinger suit“ zum Schutz vor der Berührung. Diese bekommt ihr in kleinen, lokalen Geschäften die Taucherausrüstung verkaufen oder bereits in Deutschland im Intrnet. Ein weiterer Bonus: Auch gegen die starke Sonne seid ihr in diesen todschicken Anzügen geschützt.

🚨 Besonders wohl fühlen sich Quallen in flachen Gewässern, bei Flussmündungen und unter Bootsstegen, denn hier ist die See schön ruhig. Auch nach Regen und bei leichtem, auflandigen Wind werden vermehrt Quallen gesichtet. Baden solltet ihr bei solchen Bedingungen vermeiden, die Verletzungsgefahr ist einfach zu groß. Doch auch hier gilt: Fragt einfach den Lifeguard.

Erste Hilfe bei einem Stich

Trotz Vorsichtsmaßnahmen kann es natürlich passiere, dass ihr in Ausnahmefällen gestochen werdet. Nun heißt es: Keine Panik! Natürlich ist es wichtig schnell und angemessen zu handeln, jedoch bedeutet ein Stich nicht sofort Lebensgefahr.

Woran merke ich, dass ich von einer Qualle gestochen wurde?

Oftmals ist es gar nicht so einfach einen Quallenstich als solchen zu identifizieren, denn die Symptome treten je nach Quallenart erst nach 20 bis 40 Minuten auf. Diese Symptome können sein: Brennen, Jucken, Schwellungen auf der Haut, Hautrötung, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Erbrechen, Schweißausbrüche, Herzrasen, Atemlähmung, Taubheitsgefühl.

Was soll ich tun?

Spätestens wenn dann aber mehrere Anzeichen zur gleichen Zeit auftreten, sollte unbedingt medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden. Wählt die Nummer „000″ für einen Krankenwagen. Diese Nummer könnt ihr kostenlos anrufen, auch wenn ihr keine australische SIM Karte habt! Während ihr auf den Krankenwagen wartet, solltet ihr bei dem Verletzten bleiben und diesen nicht allein lassen. Der Australian Resuscitation Council emphielt außerdem die Stelle sofort reichlich mit Essig zu überfluten, damit sich das Gift nicht ausbreitet. Da Essig nicht unbedingt zum typischen Strandzubehör gehört, haben Rettungsschwimmer in Quallengebieten meistens welchen parat. 

Mit diesen Tipps könnt ihr nun bestens informiert in euren Australienurlaub starten – ich wünsche euch jetzt schonmal viel Spaß!

Über den Autor
Tino

Bei meinen Reisen nach Australien darf ein Trip ins Outback nicht fehlen. Ich genieße die endlose Weite, das Unbekannte und kann bei einer Fahrt mit dem Camper einfach abschalten. Gleichzeitig liebe ich gutes Essen und tolle Drinks. Die besten Tipps bekomme ich von den Locals - was mir gefällt (und was nicht), erfahrt ihr hier.

Wie hat dir dieser Artikel gefallen?

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hinweis zu Cookies

Wir setzen Cookies ein, um dir die Nutzung unserer Webseiten zu erleichtern  – mehr dazu findest du in unserer Datenschutzerklärung.

Mehr Informationen OK