Schnabeltier

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Laura
28. Juni 2020
106 Bewertungen

Das Schnabeltier hat den Schwanz eines Bibers, die Krallen eines Bären, den Schnabel einer Ente, das Fell eines Otters. Dazu zählt es zu den Säugetieren, legt aber Eier. Zugegeben, diese in Australien heimischen Tiere klingen auf den ersten Blick tatsächlich wie ein einem Märchen, doch es gibt sie wirklich! In diesem Artikel erfährst du alles um die süßen Tiere und erfährst, wo du sie während deiner Reise in Down Under am Besten beobachten kannst.

Seiteninhalt

Cairns

Ihr fragt euch, wo ihr die außergewöhnlichen Schnabeltiere in freier Wildbahn sehen könnt? Perfekt, denn ich habe für euch die besten Spots rausgesucht – viel Spaß!

  • Nymboida River, NSW: Ein ruhiger Abschnitt des turbulenten Nymboida Flusses (zwischen Pollacks Bridge und dem Nymboida Coaching Station Inn) beherbergt eine große Schnabeltier-Population, die so freundlich sind, dass sie sogar auf Touristen zuschwimmen, die in Kanus planschen – ein unvergessliches Erlebnis!
  • Bombala, NSW: Aufgrund der vielen Schnabeltiere, die in den Flüssen und Bächen der Bombala Region zwischen Sydney und Melbourne leben, wird diese auch als Schnabeltier-Land bezeichnet. Besonders das Platypus-Reservat ist DER Hotspot um die einzigartigen Tiere zu beobachten. Am Besten stehen die Chancen am frühen Morgen oder am späten Nachmittag.
  • Latrobe, TAS: Dem Titel „Schnabeltier-Land“ macht die Stadt Latrobe auf Tasmanien starke Konkurenz, denn sie betitelt sich stolz als Schnabeltier-Hauptstadt Australiens: Im nahegelegenen Warrawee Forest Reserve wimmelt es nur so von Schnabeltieren! Sucht im stillen See nach verräterischen Wellen und wartet geduldig, bis die Tiere wieder an die Oberfläche schwimmen.
  • Lake Elizabeth, VIC: In Victoria gibt es einige Möglichkeiten sich mit Schnabeltieren bekannt zu machen, doch ich empfehle euch den wunderschönen See Lake Elizabeth, bei dem ihr obendrauf noch ein atemberaubendes Panorama zu Gesucht bekommt. Unternehmt hier eine der geführten Kanutouren mit 90%iger Sichtungswahrscheinlichkeit.
  • Hidden Valley Cabins, QLD: Die geführte Tour in dem Hidden Velley Cabins im tropischen Norden von Queensland wurde mit einer Erfolgsquote von 98%von Australian Geographic zu einem der fünf besten Orte gewählt, um ein Schnabeltier in freier Wildbahn zu sehen. Wandert am idyllischen Running River entlang und  freut euch auf schätzungsweise 300 Schnabeltiere innerhalb von 13 Kilometern.

Schnabeltier Steckbrief

Name

Schnabeltier

Klasse

Säugetiere

Unterklasse

Ursäuger

Lebensraum

Ost-Australien, Tasmanien

Alter

5 - 15 Jahre

Größe

bis 60 cm

Gewicht

bis 2,5 kg

Nahrung

Insekten, Schnecken, Krebse

Feinde

Füchse, Schlangen, Krokodile, Greifvögel

Schnabeltier im Wasser

Die Schnauze der Schnabeltiere, die einer Entenschnauze ähnelt, springt beim Betrachten wohl als erstes ins Auge. Neben der Nahrungsaufnahme dient dieser den Tieren quasi als sechster Sinn, welcher im Wasser Beute ausfindig macht, doch mehr dazu später! Der Körper ist lang und schlank, wobei die Männchen im Allgemeinen größer sind als Weibchen. Obwohl viele fälschlicherweise glauben, dass der breite, biberähnliche Schwanz zum Schwimmen dient, wird hier tatsächlich Fett gespeichert, für schlechte Zeiten. Damit Schnabeltiere ohne große Anstrengung schwimmen und tauchen können, verfügen sie über ausgeprägte Schwimmhäute und kann den kurzen Beinen. Das dunkelbraune Fell ist wasserdicht und schützt das weiche Unterfell, welches auch nach stundenlangem Aufenthalt im Wasser trocken bleibt.

Fun Facts

  • Schnabeltiere haben keinen Magen
  • Schnabeltiere haben keine Zähne und nutzen Kies vom Flussbett um gröbere Nahrung zu zerkleinern
  • Ein weibliches Schnabeltier schwitzt Milch
  • Schnabeltiere fressen täglich etwa 20 % ihres Eigengewicht
  • Auf der 20-Cent Münze in Australien ist ein Schnabeltier zu sehen
  • Schnabeltier sind die Stars in vielen Comic-Shows wie „Phineas and Ferb“, „Camp Lazlo“ und „Taz-Mania“

Lebensraum

Das Schnabeltier kommt im Osten von Australien, also Queensland, New South Wales und Teile von Victoria, und auf der im Süden vorgelagerten Insel Tasmanien. In den letzten Jahren gab es auch eine neu eingeführte Population von Schnabeltieren auf Kangaroo Island in Südaustralien. Die Tiere fühlen sich besonders Süßwasserseen, Flüssen, Lagunen, Farmdämmen und Bächen pudelwohl, und verbringen dort den Großteil ihrer Zeit. Auch die Schilfregionen, Baumstämme und Flussbetten sind gerade an heißen Tagen aufgrund des Schattens zum Entspannen äußerst beliebt. 

Lebensweise

Während wir nachts tief und fest schlafen, fährt das Schnabeltier erst nach der Dämmerung zu Hochtouren auf.  Als ausgezeichnete Schwimmer verbringen Schnabeltiere den größten Teil ihrer Wachstunden damit, sich mit einer Ruderbewegung ihrer Vorderfüße durch das Wasser zu bewegen und nach etwas Essbarem zu suchen. Da sie ihre Augen unter Wasser schließen müssen, benutzen Schnabeltiere eine andere raffinierte, und vor allem effektive Methode um Nahrung zu finden: Sie nehmen elektrische Ströme am Schnabel wahr, die durch die kleinen Muskelbewegungen ihrer Beute erzeugt werden. Bei Erfolg wird die Beute nun in den Backentaschen verstaut und an Land ganz genüsslich verzehrt. 

Auf der Speisekarte stehen Krabben, Insektenlarven und Würmer. Diese suchen sie unter Wasser und holen dazu tief Luft und tauchen unter. Im Wasser können Schnabeltiere maximal zwei Minuten die Luft anhalten, bis sie für einen erneuten Tauchgang Luft holen – und das durchschnittlich 70 mal pro Stunde!

Schnabeltiere sind Einzelgänger und so jagen sie nicht nur nachts alleine, sondern verbringen auch den Tag in Einsamkeit. Bei Tageslicht versteckt sie sich in einem ovalen Bau, der drei bis acht Meter tief in eine Böschung gegraben ist vor Feinden wie Schlangen, Füchsen oder Krokodilen. Vielleicht liegt die durchschnittliche Schlafdauer für das Schnabeltier aufgrund seiner kalorienreichen Ernährung bei etwa 14 Stunden pro Tag. Im Wasser sind Schnabeltiere wirkliche Profis und gleiten anmutig durch durch die Fluten, doch an Land stellen sie sich etwas ungeschickter an. Dabei laufen sie auf ihren Knöcheln.

Schnabeltier Babys

Schnabeltiere sind zwar Säugetiere, jedoch legen sie Eier! Neben dem Ameisenigel ist das einzigartig in der Tierwelt. Dafür verschanzen sich die Schnabeltier-Damen zwischen Juni und Oktober in einer der Kammern im Bau um ihre Eier abzulegen. Eine Mutter produziert normalerweise ein oder zwei Eier und hält sie warm, indem sie sie zwischen ihrem Körper und ihrem Schwanz hält. Nach etwa zehn Tagen schlüpfen die niedlichen Schnabeltier-Babys, die nur etwa so groß sind wie eine Kidney-Bohne. Anschließend wird das Baby für drei bis vier Monate von der Mutter gestillt und verwöhnt, bis es alleine schwimmen und jagen kann. Das einzige Problem beim Stillen: Schnabeltier Weibchen haben keine Zitze! Doch auch dafür haben die kreativen Tiere eine Lösung: Die Muttermilch sickert einfach aus Drüsen auf ihren Bauch, und die Babys saugen die Milch aus ihrem Fell.

Schnabeltier Stachel

Falls ihr dachtet, dass es nicht noch seltsamer werden kann…männliche Schnabeltiere sind giftig! Die Herren der Schöpfung haben an ihren Hinterbeine einen giftigen, ca. 15 mm langen Stachel. Zwar ist dieses Gift nicht tödlich, aber sehr schmerzhaft für Opfer. Im Gegensatz zur Schlange injiziert das Schnabeltier das Gift jedoch nur bei Stress und zur eigenen Verteidigung. Die Giftstacheln werden nur während der Brutzeit aktiviert, und es wird vermutet, dass sie zur Bekämpfung konkurrierender Männchen eingesetzt werden.

Die besten Schnabeltier-Touren

Schnabeltier-Touren

01

Australia Zoo Tagestour ab Brisbane

in Brisbane
Australia Zoo

Der Australia Zoo ist einer der schönsten in Down Under: Hier leben über 1.000 Tiere in großen Gehegen, darunter auch viele einheimische Arten wie Koalas, Emus, Wallabys, Wombats und Kängurus. Dabei kommt der Bildungsauftrag durch spannende Vorträge nicht zu kurz. Nachdem ihr auf der Busfahrt von Brisbane zum Zoo schon ganz viel Interessantes über die Tiere erfahrt, habt ihr sechs Stunden Zeit auf eigene Faust zu erkunden.
Tourdauer: 9 Stunden
Start: Roma Parklands, Brisbane
Unterwegs mit: Bus
Gruppengröße: Kleingruppe
Preis ab: 130 A$ (ca. 78 €)

02

Byron Bay: Spaziergang mit Schnabeltieren

in Byron Bay
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Abgesehen von einem wunderschönen Sonnenaufgang über dem Pazifik habt ihr bei dieser Tour ab byron Bay die Chance Schnabeltiere zu beobachten! Ihr spaziert, begleitet von einem erfahrenen Guide, am einem Bach entlang und bekommt mit etwas Glück auf eine Vielzahl an Schnabeltieren zu Gesicht, die sich hier pudelwohl fühlen! Picknick-Frühstück inklusive.
Tourdauer: 4 Stunden
Start: Byron Bay, Abholung an ausgewählten Hotels
Unterwegs mit: zu Fuß
Gruppengröße: Kleingruppe
Preis ab: 148 A$ (ca. 90 €)

03

Healesville Wildlife Sanctuary

in Great Ocean Road
A mother Bare-nosed wombat (Vombatus ursinus) and her single young offspring graze on grass and sedge.

Im Healesville Wildlife Sanctuary an der wunderschönen Great Ocean Road bei Melbourne werden jährlich mehr als 2.000 kranke Tiere behandelt. Hier könnt ihr über 200 verschiedene Tierarten in ihrem natürlichen Lebensraum bewundern – darunter Dingos, Koalas, Wombats, Kängurus, Schnabeltiere und Emus. Anschließend geht’s zur beliebten Spirits of the Sky Vogelshow.

04

WILD LIFE Sydney Zoo

in Sydney
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Im WILD LIFE Sydney bekommt ihr vor allem eins zu sehen: die typischen australischen Tiere. Ob Känguru, Koalas und Wombats oder Schnabeltiere und Krokodile, ihr werdet sie hier alle antreffen.

05

Ab Hobart: Tagestour ins Huon Tal

in Hobart
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Bei dieser abenteuerlichen Tour entdeckt ihr das wunderschöne Huan Tal im Süden von Hobart: Entdeckt versteckte Höhlen, spaziert in atemberaubender Höhe über den Tahune Forest Airwalk, schwimmt in Thermalquellen und beobachtet mit etwas Glück die süßen Schnabeltiere – und das alles in nur einem Tag!
Tourdauer: Tagestour
Start: Hobart, Abholung an ausgewählten Hotels
Unterwegs mit: Bus
Gruppengröße: Kleingruppe
Preis ab: 155 A$ (ca. 94 €)

 

Über die Autorin
Laura

Ich liebe Australien und war mittlerweile bereits 20 Mal auf dem roten Kontinent. Die vielfältige Natur mit ihren einsamen und wunderschönen Orten im Outback haben es mir angetan. Aber auch das Leben in den Metropolen liegt mir sehr. Ich freue mich, euch hier meine persönlichen Insider-Tipps rund um das Thema Australien zu geben.

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