Purnululu Nationalpark in West Australien

Laura
22. Oktober 2017
3 Bewertungen

Ich habe selten so eine Schönheit wie den Purnululu Nationalpark in den Kimberley von Westaustralien erlebt, den ihr vielleicht eher unter seinem früheren Namen Bundle Bundle Nationalpark kennt. Die abgeschiedene Region war schon immer die Heimat der Aborigines, wurde aber durch die Besiedelung der Europäer und exzessiver Rinderhaltung schwer geschädigt. Erst 2003 erkannte man die Besonderheiten der Sandsteinlandschaft und stellte das Gebiet mit dem Purnululu Nationalpark unter Naturschutz – er gehört seitdem zum UNESCO Weltkulturerbe. Namensgebend waren die markanten Sandsteinformationen, die von Wind und Wetter über Jahrmillionen modelliert wurden und wie riesige Bienenkörbe in den Himmel ragen – Purnululu bedeutet in der Sprache des ansässigen Kija-Stammes nichts anderes als „Sandstein“. Gemeinsam mit dem angrenzenden Naturschutzgebiet erreicht der Purnululu Nationalpark eine Größe von 350.000 Hektar und ist von April bis November geöffnet.

So kommt ihr zu Purnululu Nationalpark in Westaustralien

Der Purnululu Nationalpark liegt etwa 300 Kilometer von der nordöstlichen Küste Australiens entfernt direkt an der Grenze zum Northern Territory. Die am nächsten gelegene Metropole ist Darwin im Northern Territory in 1.120 Km Entfernung. Obwohl der Purnululu Nationalpark in Westaustralien liegt, ist die Hauptstadt Westaustraliens, Perth, knapp 3.000 km entfernt. Westlich des Nationalparks findet ihr Broome 840 km entfernt. Die Hafenstadt Wyndham liegt rund 300 km und Kununurra rund 160 km entfernt und eröffnet euch den Weg in die imposante Wildnis des Kimberley Plateaus. Ihr seht also, der wunderschöne Purnululu Nationalpark liegt mitten im Outback von Australien. Nur wenige Touristen kommen hierher, denn es werden nur einige wenige Touren hierher angeboten.

Purnululu Nationalpark
Einige Bereiche des Purnululu Nationalpark sind nicht zugänglich und könnt ihr nur bei einer Flugzeug- oder Helikopter-Tour

Geführte Touren zu den Bungle Bungles

Am einfachsten kommt ihr mit einer geführten Tour zum Prurnululu Nationalpark, die entweder von Broome oder von Kununurra aus angeboten werden. Eine exklusivere Variante eines Aufenthaltes im Purnululu Nationalpark ist die Buchung einer Zeltsuite in einer der drei Wilderness Logdes, die geführte Touren, ein reichhaltiges Frühstücksbuffet und jede Menge Komfort bieten.

Findet hier eure Tour zum Purnululu Nationalpark

Mit dem Camper zum Purnululu Nationalpark

Als Selbstfahrer erreicht ihr den Purnululu Nationalpark über den Great Northern Highway und anschließend über eine 60 Kilometer lange, holprige Straße. Diesen Spring Creek Track solltest du nur mit einem allradbetriebenen Auto (4WD) befahren und sogar damit benötigst du zwei bis drei Stunden. Bereits die Anreise zum Purnululu Nationalpark ist ein Erlebnis für sich.

Ihr könnt ab Broome über die Gibb River Road hierhin gelangen oder könnt ab Darwin oder sogar ab Perth bei einem genialen Road Trip zu diesen seltenen Gesteinsformationen kommen. Wie ihr am besten an einen Camper in Australien kommt und wo ihr ihn mieten könnt, verraten wir euch hier (wir haben einige Erfahrung im Camper mieten in Australien).

Längere Aufenthalte sind absolut empfehlenswert, da ein Kurzaufenthalt fast zu schade ist und der Purnululu Nationalpark so viel zu bieten hat (und außerdem über drei Campingplätze verfügt):

Der Bellburn Campground ist ein privat geführter, beschaulicher Campingplatz mit einfachen Unterkünften aus Holz- sowie Zeltkonstruktionen und liegt im Westen des Nationalparks. Etwa sieben Kilometer nördlich vom Visitors Center befindet sich der Kurrajong Campingplatz mit 87 Stellplätzen für Wohnwagen und Caravans. Südlich des Visitors Center gibt es noch den Walardi Campground mit 37 Stellplätzen.

Auf allen drei Campingplätzen dürfen keine Generatoren verwendet werden. Außerdem gibt es keine Campingshops und die nächsten Einkaufsmöglichkeiten befinden sich im 100 Kilometer entfernten Halls Creek. Deshalb solltet ihr ausreichend Verpflegung und ganz besonders wichtig Trinkwasser mitbringen.

Purnululu Nationalpark

Die Highlights des Purnululu Nationalparks

Fast würde man meinen, dass die Region mit den tiefroten bis gelben Sandsteinebenen und den Sandsteindomen nur von Flechten bewohnt wird, aber ganz im Gegenteil: Zwar sind die früher als Bungle Bungles bezeichneten Dome vegetationslos, aber in den Schluchten, an Wänden und in den Spalten und regelrecht grüne Oasen, in denen ihr dank der Mischung aus tropischem und aridem Klima über 600 Pflanzen-, 40 Säugetier-, 150 Vogel- und über 80 Reptilienarten finden könnt. Viele von ihnen wurden erst in den letzten Jahren und Jahrzehnten entdeckt und haben noch nicht einmal einen Namen erhalten.

Die beste Möglichkeit, um die Naturwunder des Purnululu Nationalparks hautnah zu erleben, ist die Erkundung zu Fuß. Mehrere ausgeschilderte Wanderwege, darunter der Mini Palms Walk, der Domes Walk oder der Kungkalanayi Lookout führen dich auf beeindruckende Pfade. Einige sensible Gebiete sind für Besucher gesperrt, können aber mit dem Flugzeug oder Helikopter erkundet werden.

Purnululu Nationalpark

Kungkalanayi Lookout

Zu den Highlights des Purnululu Nationalparks zählt als erstes der Kungkalanayi Lookout, der in der Nähe des Visitor Centres ist. Dahin könnt ihr nur mit einem 4WD kommen und vom Parkplatz erlauft ihr einfach die kurze Strecke hierhin. Es macht am meisten Sinn als erstes zum Kungkalanayi Lookout kommen, damit ihr einen Überblick über die Umgebung bekommt. Hier werdet ihr nämlich mit einem wunderschönen Rundumblick auf die Bungle Bungles belohnt. Wahnsinnig schön vor allem zum Sonnenuntergang, wenn die Gesteinsformationen in kräftigem rot glühen.

Purnululu Nationalpark

Piccaninny Gorge im Purnululu Nationalpark

Der Purnululu Nationalpark ist eine Welt voller Naturwunder mit riesigen Bäumen, die sich an Felswände festklammern, farbenfrohen Wellensittich-Schwärmen, kleinen Flüssen und einem 360 Millionen Jahre alten Meteoriteneinschlag von sieben Kilometern Durchmesser, dem Piccaninny-Krater. Der so genannte Piccaninny Creek Lookout gehört deshalb natürlich zu einem der Highlights der Bungle Bungles. Ihr könnt eine einfache Wanderung (The Domes Walk) über 1km vom Parkplatz aus unternehmen und gelangt zu den beeindruckenden „Bienenkörben“.  Oder ihr könnt die moderate Wanderung Cathedral George Walk unternehmen, die 3 km lang ist und rund 1-2 Stunden hin und zurück dauert. Den Eingang zum Piccaninny Gorge könnt ihr über den 30 km langen Piccaninny George Walks erwandern, solltet dafür aber gut vorbereitet sein und sogar eine Übernachtung einplanen, die ihr aber im Visitor Centre anmelden müsst.

Echidna Chasm

Rund 20km nördlich des Visitor Centres liegt Echidna Chasm, ein absolutes Highlight des Parks. Vom Echidna Chasm Parkplatz könnt ihr die Schluchten bei einer 2km langen Wanderung erkunden, die mit einer kleinen Steigung am ende abschließt. Auch vom Osmand Lookout habt ihr eine tolle Sicht.

Immer daran denken: Du bist nur Gast im Purnululu Nationalpark, weshalb es einige Regeln einzuhalten gilt. Verboten ist das Klettern an den fragilen Sandsteinwänden. Die im Visitors Center erhältliche Landkarte des Parks informiert ebenso über die Stellen, die nicht von Menschen betreten werden dürfen. Hunde, Katzen und andere Haustiere sind auf dem Gelände des Nationalparks nicht erlaubt.

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