Perth bis Darwin

5.000 Kilometer Abenteuer

Ich habe schon einige Road Trips in Australien unternommen und mir gefällt diese freie Art zu Reisen unglaublich gut. Dieses Jahr ist ein weiterer Traum für mich in Erfüllung gegangen, als ein Camper für 5.000 Kilometer von Perth bis Darwin unser Zuhause war. Zwar wurden wir anfangs etwas irritiert angeguckt, als wir Familie und Freunden von unserem Vorhaben erzählten: 5.000 Kilometer? Wollt ihr das wirklich machen? Ihr seid doch verrückt! Zugegeben, diese Reise hatte es in sich, denn auf einer solchen Distanz muss man sich auf verschiedenste Bedingungen einstellen: Strand, Krokodile, der tropische Norden, Schlangen, Outback. Doch sie zählt gerade deswegen zu meinen persönlichen Highlights.

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In diesem Artikel erfährst du alles, was du für die Planung deines Abenteuers wissen musst.

Die beste Reisezeit für Perth – Darwin

Die beste Reisezeit für den Road Trip von Perth – Darwin lässt sich gar nicht so einfach bestimmen, denn mit einer Distanz von 5.000 Kilometern liegen die beiden Städte in unterschiedlichen Klimazonen. Perth liegt in Staat Westaustralien und im australischen Sommer wird es hier richtig schön warm. Das Wetter im tropischen Darwin, Northern Territory, wird hingegen durch Regen- und Trockenzeit definiert. Besonders im Dezember, Januar und Februar sind deswegen eine hohe Luftfeuchtigkeit und Regen zu erwarten. Das führt dazu, dass viele der Nationalparks im Northern Territory in dieser Zeit geschlossen sind. Zudem werden Straßen gesperrt, wenn diese durch Überschwemmungen nicht mehr befahrbar sind. Ich empfehle daher eine Reise zwischen April und Oktober. Zwar kann es dann in Perth noch recht frisch sein, jedoch packe ich lieber einen Pullover mehr ein und kann dafür die tollen Nationalparks im tropischen Norden genießen.

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Darwin

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Perth

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Unterwegs im Camper von Perth nach Darwin

Für eine Reise entlang der Westküste lege ich euch auf jeden Fall einen Campervan ans Herz. Damit könnt ihr selbstbestimmt und unabhängig fahren und diese Region ist mit vielen Campingplätzen und kostenlosen Übernachtungsplätzen ausgestattet. Gerade aufwärts von Broome könntet ihr Probleme haben Hotels/Motels zu finden, falls ihr mit einem Mietwagen reist. Ideal ist natürlich ein 4 Wheel Drive Camper (einer mit Allrad-Antrieb), denn manche Strecken in den Nationalparks dürfen nur mit Allradfahrzeugen befahren werden. Mit einem 4×4 Fahrzeug könnt ihr auch die abenteuerliche Gibb River Road von Derby nach Kununurra fahren.

Mit unserem Camper-Preisvergleich findet ihr das perfekte Fahrzeug für eure Bedürfnisse.

Perth – Darwin in 4 Wochen

Für unseren Road Trip von Perth nach Darwin haben wir uns vier Wochen Zeit genommen. Wir haben uns währenddessen zwar nicht gehetzt gefühlt, jedoch hätten wir uns an manchen Orten ein bis zwei Tage mehr gewünscht. Grundsätzlich gilt: Je mehr Zeit, desto besser. Ihr solltet außerdem bedenken, dass wir drei Tage lang ausschließlich im Auto saßen, um Strecke zurückzulegen. Das ist aber nur halb so schlimm, wenn man durch eine atemberaubende rote Landschaft fährt und unterwegs Kängurus und Emus sieht!

Perth Darwin

Perth – Darwin: Reisetipps

Ladet euch bevor ihr losfahrt und noch WLAN habt unbedingt die App WikiCamps auf euer Handy. Hier könnt ihr ohne Internetverbindung Campingplätze und Rastplätze in eurer Nähe sehen. Außerdem sind Geheimtips von anderen Nutzern in der App eingetragen.Um die nächstgelegenen Tankstellen zu sehen, kann ich euch außerdem die App Fuel Map Australia empfehlen. Besonders im einsamen Northern Territory rate ich euch dazu an jeder Tankstelle zu tanken, um zu vermeiden im australischen Outback stehen zu bleiben.

In Australien herrscht Linksverkehr, aber keine Angst, daran gewöhnt ihr euch schnell. Die Straßen auf dieser Reiseroute haben generell sehr gute Bedingungen und erleichtern damit die Reise. Die Höchstgeschwindigkeit in Western Australia beträgt 110 km/h auf den Highways, und im Northern Territory 130 km/h. An diese Geschwindigkeiten solltet ihr euch unbedingt halten, denn die „fines“, also das Bußgeld, ist hoch. Im Outback werdet ihr höchstwahrscheinlich keine Probleme mit Staus oder große Gefahren durch andere Fahrzeuge haben,  trotzdem lege ich euch wärmstens ans Herz mit zwei Fahrern die Reise anzutreten. Die immer geradeaus-laufenden Straßen können in der Summe ganz schön ermüdend sein.

Falls ihr plant viele Nationalparks in Westaustralien zu besuchen, könnt ihr mit einem Holiday Pass Western Australia übrigens Geld sparen. Bei unserem ersten Nationalpark haben wir diesen für 44 A$ einen gekauft. Den Pass hängt man an der Frontscheibe auf und er gewährt uns für vier Wochen Zutritt in sämtliche Nationalparks in Westaustralien. Alternativ könnt ihr bei jedem Nationalpark ca. $12 Eintritt zahlen. Im Northern Territory gibt es leider keinen vergleichbaren Pass, jedoch ist der Eintritt in viele der Nationalparks dort sowieso kostenlos.

Die Reiseroute Perth – Darwin Tag für Tag

Sicherlich plant ihr selbst euer Abenteuer von Perth nach Darwin und braucht handfeste Tipps, was ihr auf dieser Tour unbedingt sehen solltet. Deswegen haben wir unsere Erfahrungen für euch niedergeschrieben – Woche für Woche, Tag für Tag.

Woche 1 von Perth nach Darwin

Tag 1: Perth – Lancelin – Pinnacles – Cervantes

Nachdem wir morgens unser Zuhause für die nächste Wochen, den Campervan, abgeholt haben, geht es los. Wir machen noch einen kurzen Halt beim Supermarkt, bevor wir Perth verlassen. Nach 130 km erwartet uns bereits der erste Stop: Die Lancelin Sand Dunes. Auf diesen weißen Dünen fühlen wir uns wie auf schneebedeckten Bergen, nur eben bei 30 Grad.  Lust auf Sandboarden oder eine Quadabenteuer? Dann schau dir diese Tour an. Eine weitere Landschaft, bei der wir uns mental nicht mehr in Australien befinden, erleben wir später in der Pinnacles Wüste im Nambung Nationalpark. Hier gehen wir durch die seltsame Wüste, aus der verwitterte Kalksteinsäulen (Pinnacles) herausragen. Dabei fühlen wir uns tatsächlich wie auf einem anderen Planeten und sich glücklich über ein solche perfekten Start in unser Abenteuer.

Perth Darwin
Die Lancelin Sand Dunes

Tag 2: Cervantes – Pink Lake – Kalbarri

Am nächsten Morgen habe ich Glück, denn ich sehe am Strand des Campingplatzes einen Delfin, während ich zum Aufwachen im Meer bade! Nach der Euphorie steigen wir wieder in den Camper und fahren nach Kalbarri, genauer zum Kalbarri Nationalpark. Auf dem Weg haben wir noch einen kurzen Stop am Pink Lake (Hutt Lagoon) eingelegt. Hier hat eine bestimmte Algenart für die pinke Farbe des Wasser gesorgt und das wirkt besonders auf Fotos sehr schön. Schon jetzt fällt uns während der Fahrt nach Kalbarri die beeindruckende Landschaft auf: schroffe, rote Felsklippen neben dem wilden indischen Ozean. Zur Belohnung gibt es abends dann im Kalbarri Anchorage Caravan Park ein obligatorisches Bier.

Pink Lake in Western Australia
Ein unglaubliches Farbspiel der Natur

Tag 3 – 4: Kalbarri Nationalpark

Die beiden nächsten Tage erkunden wir den Kalbarri Nationalpark. Morgens können wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen, wie täglich um 8:45 Uhr Ehrenamtliche die Pelikane am „Pelicane Feeding Point“ füttern! Im Kalbarri Nationalpark könnt ihr verschiedene Wanderungen unternehmen, von kurzen Loops bis hin zu Wanderwegen, die einen Tag dauern. Bei der Hitze solltet ihr auf jeden Fall an ausreichend Wasser und eine Kopfbedeckung denken! Meine Highlights im Kalbarri Nationalpark waren die berühmten National Windows, die Natural Bridge mit ihrem wunderschönen Farbkontrast und ein atemberaubender Helikopterflug über den Park.

Perth Darwin
Die Natural Windows sind ein richtig cooler Fotospot

Tag 5: Kalbarri – Shell Beach – Monkey Mia

Unser nächster Stop sollte Monkey Mia sein, welcher von Kalbarri etwa 400 km auf dem North West Coastal Highway entfernt liegt. Kurz vor Monkey Mia erwartet uns jedoch noch ein ganz traumhafter Zwischenstop. Der Shell Beach an der Bucht Shark Bay ist ein Paradies für Muschelsammler, denn er besteht ausschließlich aus Muscheln. Über Jahrhunderte lang haben hier die Gezeiten so viele Muscheln angespült, dass auf die Muschelschicht sage und schreibe zehn Meter dick ist und ein Küstenabschnitt von 40 km umfasst. Schließlich erreichen wir den sehr empfehlenswerten Monkey Mia Caravan Park richten unser Bett im Camper her und freuen uns beim Einschlafen schon auf den nächsten Morgen.

Für einen kleinen Pitspot unterwegs muss ich das Billabong Roadhouse auf dem Highway von Kalbarri nach Monkey Mia erwähnen: Dies ist eines der ältesten Roadhäuser in ganz Australien und wirklich cool, um einmal die australische Outback-Kultur auf euch wirken zu lassen.

Perth nach Darwin
Denkt an Flip-Flops, denn die Muscheln sind ziemlich piksig

Tag 6: Monkey Mia

Das Schöne am Reisen im Campervan ist, dass wir hier total mit dem Rhythmus der Natur leben. Es wird abends recht schnell dunkel, sodass wir früh schlafen und morgens gegen 6 mit der Sonne aufstehen. Und ein Tag kann nunmal nicht besser beginnen als mit einer Erfrischung im Meer. Diesen Morgen steht jedoch etwas ganz Besonderes an: Die bekannte Delfinfütterung am Strand von Monkey Mia. Jeden morgen werden hier wilde Delfine zwischen 7.45 – 12.00 Uhr angefüttert und ihr könnt dabei die intelligenten Tiere aus der Nähe betrachten. Wenn ihr Glück habt, werdet ihr von den Rangern sogar ausgewählt und dürft eigenhändig Fisch verfüttern. Ein wirklich tolles Erlebnis, obwohl es natürlich sehr kommerziell ist! Wichtig finde ich dabei, dass die Delfine hier nur so viel Fisch bekommen, dass ihr natürlicher Jagdinstinkt nicht verloren geht.

Den Rest des Tages verbringen wir am Strand, schwimmen, lesen und entspannen uns.

Delfinfütterung in Monkey Mia
Delfinfütterung in Monkey Mia

Tag 7: Monkey Mia – Hamelin Pool Stromatolites

Wie besuchen morgens das Dolphin Information Centre im Ortskern, um noch mehr über Delfine zu lernen und machen uns anschließend auf den Weg zu den ältesten lebenden Fossilien der Welt: Die Hamelin Pool Stromatolites. Diese sind knapp 3,7 Milliarden Jahre alt und sind wirklich einzigartig. Zwar gibt es weltweit noch drei vergleichbare Orte, jedoch gelten die Stromatolithen im UNESCO Welterbegebiet Shark Bay als bestes Beispiel der Evolutionsgeschichte. Unternehmt hier einen Spaziergang am Boardwalk. Dort erfahrt ihr auf Infotafeln spannende Fakten über die Entstehung. Wir hatten einfach Glück und kamen mit den Locals ins Gespräch und durften das kleine feine und mega urige Museum besuchen, das sie extra für uns aufgeschlossen haben. Die tollen Gespräche und der gesamte Besuch der Stromatolites wird uns für immer im Herzen bleiben.

Wir haben im anliegenden Caravan Park genächtigt und sehen abends einen wunderschönen Sonnenuntergang über dem ruhigen Wasser.

Von Perth nach Darwin: Woche 2

Tag 8: Hamelin Pool Stromatolites – Coral Bay

Schnell machen wir unseren Camper für die Weiterreise bereit: Das Bett verwandelt sich schnell in einen Tisch, das Stromkabel wird reingeholt, wir checken das Öl und laden uns mit dem WLAN noch ein Hörspiel auf’s Handy. Heute haben wir nämlich eine Strecke von rund 450 km vor uns, das Ziel ist Coral Bay. Dieser kleine Ort markiert den Beginn des Ningaloo Reefs.

Von Perth nach Darwin – Tag 9 und 10: Coral Bay

Coral Bay eignet sich daher perfekt für ein paar schöne Stunden am weißen Sandstrand. Hier gibt es übrigens auch Schattenplätze. Das Tolle an Coral Bay: Ihr könnt vom Strand mit Taucherbrille und Schnorchel gewappnet ein paar Meter aus der Bucht schwimmen und befindet euch nun schon im bunten Korallenriff. Mit etwas Glück seht ihr hier sogar Schildkröten und Mantarochen. Eine Garantie mit den majestetischen Fischen zu schwimmen habt ihr bei einer Boots- und Schnorcheltour im Ningaloo Reef.

Schildkröte im Ningaloo Reef

Tag 11: Coral Bay- Exmouth

Ich freute mich sehr, als wir nach einer entspannten Fahrt Exmouth erreichen, denn hier habe ich etwas ganz besonderes vor: Ich werde mit Walhaien schnorcheln! Die Tour ist für den nächsten Tag gebucht und wir machen uns auf den Weg zum Cape Range Nationalpark, um nach einem Campingplatz zu schauen. Im Park gibt es mehrere Optionen direkt am Strand, die ihr allerdings nur online bezahlen könnt. Da es im Cape Range Nationalpark jedoch kein Netz gibt, bucht ihr euren Stellplatz am Besten bereits im Ort oder fahrt zum Visitor Information Center, wo es WLAN gibt. Alternativ könnt ihr im Ningaloo Lighthouse Holiday Park nächtigen.

Turquoise Bay
Der paradiesische Strand Turquoise Bay

Tag 12 – 13: Exmouth und Cape Range National Park

Endlich ist es soweit: Heute werde ich mit dem größten Fisch auf unserem Planeten schwimmen! Auch Exmouth liegt nämlich am Ningaloo Reef und jedes Jahr von Mitte März bis Mitte Juli kann man hier mit Walhaien schnorcheln! Dieses Erlebnis war definitiv eines meiner Highlights auf der gesamten Reise, und ich fange noch immer an zu grinsen, wenn ich daran zurückdenke. Lies dir hier meinen Erfahrungsbericht über dieses Erlebnis durch. Neben dieser tollen Tour haben wir sozusagen Strand-Hopping gemacht, das heißt wir sind von Strand zu Strand gefahren und haben den Nationalpark erkundet. Der absolut schönste Strand ist meiner Meinung nach Turquoise Bay: Glasklares Wasser, feiner Sand und keine Menschenseele – Wahnsinn!

Walhai in Exmouth
Das Muster eines Walhais ist übrigens genau so einzigartig wie unser Fingerabdruck

Tag 14: Exmouth – Karijini Nationalpark

Man soll ja immer gehen, wenn es am Schönsten ist, und so machen wir uns am nächsten Morgen wieder auf den Weg. Vor uns liegt ein Tag im Camper und echtes Roadtrip-Feeling! Ganze 700 km legen wir zurück und halten gefühlt alle zehn Minuten an, um die Landschaft um uns herum zu fotografieren. Die Straßen gehen ins Endlose, nur geradeaus ohne ein anderes Fahrzeug weit und breit. Jedes mal, wenn wir ein Känguru oder ein Emu sehen, werden wir ganz aufgeregt und machen gespannt Fotos. Natürlich ist die lange Strecke etwas anstrengend, aber irgendwie auch total abenteuerlich. Außerdem ist der Weg ja bekanntlich das Ziel. Ziemlich erschöpft beziehen wir abends auf dem schönen „Dales Gorge Campground“ unser Lager.

Perth bis Darwin in Woche 3

In Woche 3 unseren Road Trips wird es tropisch. Wir erkunden den Karijini Nationalpark und setzen unsere traumhaft schöne Reise in Richtung Broome fort.

Tag 15 – 16: Karijini Nationalpark

Je weiter wir Richtung Norden reisen, desto mehr spüren wir langsam die zunehmende Hitze und Luftfeuchtigkeit. Bei unserem Camper haben wir uns, warum auch immer, gegen einen Ventilator entschieden und bereuen diese Entscheidung wenn wir nachts aufgrund der Hitze nicht schlafen können nun. Also: Falls ihr die Möglichkeit habt einen Ventilator oder eine Klimaanlage in eurem Camper zu haben, tut es! Wenn wir nach dem Frühstück aber an den bevorstehenden Tag im Karijini Nationalpark denken, bekommen wir langsam wieder Energie. Der Park wird oft als Juwel von Western Australia bezeichnet, und das zurecht. Hier kann man unglaublich toll wandern und sich gleichzeitig im Circular Pool oder Fern Pool erfrischen oder einfach die Aussicht vom Joffe Gorge genießen. Erkundigt euch vorher auf eurem Campground über wetterbedingt gesperrte Straßen und Aussichtsplattformen im Park.

Perth Broome
Fern Pool

 

 

 

Tag 17: Karijini NP – Eighty Mile Beach

Und weiter gehts mit einem weiteren Tag hinterm Steuer! Unser nächster Stop soll der Eighty Mile Beach sein, und so entscheiden für und die 560 km kurz und schmerzlos hinter uns zu bringen. Falls euch das zu viel ist, könnt ihr auch eine Zwischenübernachtung in Port Headland einlegen. Generell solltet ihr vermeiden, zur Dämmerung zu fahren, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß ein Känguru auf der Straße zu erwischen. Wir erreichen den Eighty Mile Beach Caravan Park bei Sonnenuntergang und ich kann es nicht lassen, noch einmal kurz in die Fluten zu springen. Ich glaube, ich habe nie einen schöneren Sonnenuntergang gesehen als an diesem Abend. Endlos weiter Strand, sanfte Wellen, wunderschöne Farben und keine Menschenseele. Ja – die Nebensaison hat schon Vorteile!

Sonnenuntergang am Eighty Mile Beach

Tag 18 – 19: Eighty Mile Beach

Die nächsten beiden Tage gönnen wir uns eine wohlverdiente Pause am Eighty Mile Beach. Wir leben einfach in den Tag hinein, machen das, worauf wir Lust haben, sammeln wunderschöne Muscheln am Strand und lassen die Seele baumeln! Wenn ihr mit einem Allrad-Fahrzeug reist, könnt ihr hier sogar am Strand fahren. Mit der Zeit am Eighty Mile Beach verbinde ich ein Gefühl der Freiheit und der Entspannung. Und außerdem eine Narbe an meinem Handgelenk, die mir eine Feuerqualle verpasst hat.

Eighty Mile Beach
Die endlose Weite des Eighty Mile Beaches

Tag 20: Eighty Mile Beach – Broome

Nach einem Vormittag im Auto heißt es in Broome: Hallo Zivilisation! Wir übernachten auf dem RAC Cable Beach Holiday Park, wo es sogar einen Pool gibt.

Tag 21: Broome

In Broome verbringen wir zwei heiße Nächte und einen schönen Tag. Auch wenn wir wirklich unser bestes versucht haben alles aus der kleine Küche in unserem Camper rauszuholen, freuen wir uns doch schon sehr etwas leckeres in einem der coolen Restaurants zu essen. Broome hat es mir mit den vielen Palmen und dem entspannten Flair wirklich angetan. Ganz besonders der 22 km lange Cable Beach, wo wir einen tollen Kamelritt unternommen haben, ist wirklich ein Besuch wert.

Perth bis Darwin in Woche 4

Unsere Reise geht in der 4. Woche unseres Road Trips von Westaustralien weiter in das Northern Territory.

Tag 22: Broome – Lake Argyle

Here we go again! Wir steigen wieder in unseren Camper, drehen unsere Roadtrip-Playlist auf volle Lautstärke und machen uns wieder auf den Weg. Vor uns liegt erneut eine recht lange Strecke zum Lake Argyle, welcher kurz vor der Grenze zum Northern Territory liegt. Uns wurde von Australiern geraten, auf dem Weg dorthin nicht unbedingt Halt zu machen, außer natürlich um zu tanken. Denn besondern in den orten Halls Creek und Fitzroy Crossing gab es zum Zeitpunkt unserer Reise eine sehr hohe Kriminalitätsrate und die Polizei hatte ein großes Problem mit dem extremen Alkoholkonsum der Aborigines in diesen Orten. Erkundigt euch am Besten in einem Visitor Centre bereits in Broome wie die Lage dort aussieht, denn ich bin mir sicher dass auch diese Orte sehr interessant sind.

Diese Strecke ist mit Abstand die Längste und ihr findet auf WikiCamps unterwegs zahlreiche Möglichkeiten zu übernachten. Wir mögen es lieber früh aufzustehen und die Strecke in einem durchzufahren, aber empfindet natürlich nicht jeder so.

Als wir den Lake Argyle abends erreichen, denken wir an die unglaubliche Landschaft zurück, durch die wir gefahren sind. Die sogenannte Kimberly Region im Nordwesten Australiens ist wirklich wunderschön mit ihrer rotbraun Färbung, zerklüftete Felsschluchten, horizontale Wasserfälle, weite Steppen mit prächtigen Bäumen – und das alles nur aus dem Fenster des Campervans! Wir kommen wieder – das versprechen wir uns. Und dann werden wir dieser Gegend unsere Zeit schenken.

Tag 23: Lake Argyle

Wir haben auf dem „Lake Argyle Caravan Park“ geschlafen und das Besondere ist hier der Infinity Pool über den wunderschönen See. Ich habe selten einen so friedlichen Ort gesehen und so haben wir uns hier entspannen können. Außerdem könnt ihr hier toll wandern oder auf dem ruhigen Wasser Kajak fahren.

Tag 24: Lake Argyle – Katherine

Es fällt uns mal wieder schwer diesen unglaublichen Ort zu verlassen und die Erlebnisse zu verarbeiten, doch wir müssen weiter. Tschüß Wester Australia – Hallo Northern Territory! Wir sind irgendwie schon ein bisschen aufgeregt, denn irgendwie fühlen sich bereits die ersten Kilometer im neuen Bundesstaat abenteuerlich an: Wir dürfen kein frisches Obst und Gemüse mitführen, denn die Gefahr der Fruchtfliegen ist zu groß, also zwingen wir uns jeder gefühlte zehn Bananen und Äpfel rein. Falls ihr nicht wie wir mit Bauchschmerzen enden wollt, gibt es auch Abfallbehälter an der Grenze. Zudem wird die Uhr 1,5 Stunden nach hinten gestellt und es wird immer einsamer und verlassener.

Welcome to the Northern Territory
Ein ganz besonderer Moment: Wir fahren von Westaustralien in das Northern Territory

Als wir die kleine Stadt Katherine erreichen, besuchen wir zunächst das Visitor Centre um alle wichtigen Infos bezüglich der Nationalparks im Northern Territory zu erfahren. In Katherine gibt es auch viele interessante Museen und Kunstgalerien der Aborigines, die im Northern Territory über 50 % der Bewohner ausmachen. Anschließend lassen wir den Tag mit einem Bad in den Katherine Hot Springs ausklingen. Unseren Campervan parken wir auf dem Nitmiluk Permanent Tents and Campground welcher uns den perfekten Startpunkt für die am nächsten Tag geplante Wanderung gibt.

Katherine Hot Springs
Lufttemperatur 35 °C, Wassertemperatur 25 °C – sehr erfrischend

Tag 25 – 26: Nitmiluk Nationalpark

Der Nitmiluk Nationalpark, auch Katherine Gorge genannt, ist 3.000 km² groß und hat dementsprechend viel zu bieten. Die Landschaft bestehend durch Schluchten (im Englischen „Gorges“) wurde über Jahrtausende geformt und ist seither im traditionellen Besitz der Aborigines. Meine Highlights in diesem Nationalpark sind die atemberaubenden Edith Falls, in denen man wundervoll unter dem kräftigen Wasserfall baden kann, und der Wanderweg zur Katherine Gorge. Ich persönlich finde es wichtig, beim Reisen auch etwas über die Menschen und Kulturen zu lernen, in diesem Fall über die Aborigines. Deswegen empfehle ich gerne diese Tour im Nitmiluk Nationalpark, bei der ihr neben einer Bootsfahrt die unglaublich vielseitige Kultur eines indigenen Volks im Park kennenlernt und Felsmalerei betrachtet.

Im Nitmiluk Nationalpark fühle ich mich wirklich angekommen im echten Australien. An den Natural Pools am Fuße der Wasserfälle ist gekennzeichnet, ob eine Gefahr von Krokodilen besteht und wir sehen auf dem Campingplatz unsere erste Schlange und Spinne. Gruselig, aber irgendwie auch aufregend!

Tag 27: Litchfield Nationalpark

Nachdem der Schock überwunden war, geht es morgens weiter in den Litchfield Nationalpark. Dieser wird neben dem sehr bekannten Kakadu Nationalpark (den wir aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse übrigens nicht besuchen konnten) oft vergessen. Dabei hat dieser recht kleine Nationalpark so viel zu bieten, und zählt deswegen zu unseren Highlights. Kurz vor dem offiziellen Beginn des Parks machen wir noch einen kurzen Zwischenstop an den Robin Falls, die wir über eine kurze Wanderung erreichen. Hier könnt ihr unglaublich schön in einem Wasserfall schwimmen und hat diese meist ganz für sich allein. Ein echter Geheimtipp! Weiter geht’s zu den Wangi Falls und zu den Florence Falls. Hier kann man wegen der gefährlichen Krokodile zwar leider momentan nicht baden, aber die Aussicht lohnt sich trotzdem!

Tag 28: Litchfield Nationalpark – Darwin

Endspurt! Wir sind nur noch etwas über 100 km von Darwin entfernt und können überhaupt nicht glauben, wie schnell die Zeit vergangen ist und wie viel wir erlebt und gesehen haben! Ein letztes mal bereiten wir unser Zuhause auf vier Rädern für die Abreise vor und erreichen nach kurzer zeit Darwin. Dort geben wir unseren Camper ab und unterhalten uns darüber, worauf wir uns am Meisten freuen. Denn so sehr ich das Reisen im Camper liebe, es ist teilweise auch anstrengend und bietet natürlich nicht den Komfort eines Apartments. Ich würde diese unkomplizierte und unabhängige Art zu reisen trotzdem niemals gegen eine Pauschalreise eintauschen!

Die Reiseroute Perth Darwin in der Übersicht

In dieser Übersicht seht ihr unseren Reiseverlauf noch einmal in der Übersicht.

Perth - Darwin

Streckenabschnitt
So sieht es hier aus
Highlights auf dem Weg
Strecke in km

Tag 1 

Perth - Cervantes

 

Perth - Darwin
 

Lancelin Sand Dunes

Pinnacle Desert

370

 

Tag 2

Cervantes - Kalbarri

Perth - Darwin

190

Tag 3 & 4

Kalbarri Nationalpark

Perth - Darwin

Nature's Window

Loop Walk

Panorama Flug über Kalbarri

Tag 5

Kalbarri - Monkey Mia

Billabong Roadhouse

Shell Beach

360

Tag 6

Monkey Mia

Perth - Darwin

Delfinfütterung

Tag 7

Monkey Mia - Stromatolites

Cape Hillsborough

130

Tag 8 

Stromatolites - Coral Bay

 

460

Tag 9 & 10

Coral Bay

Perth - Darwin

Tag 11

Coral Bay - Exmouth

Perth - Darwin
Ningaloo Beach and Reef

150

Tag 12 & 13

Exmouth

Perth - Darwin

Tag 14

Exmouth - Karijini Nationalpark

660

Tag 15 & 16

Karijini Nationalpark

Perth - Darwin

Circular Pool

Fern Pool

Joffe Gorge

Tag 17

Karijini Nationalpark - Eighty Mile Beach

Perth - Darwin

560

Tag 18 & 19

Eighty Mile Beach

Perth - Darwin

Eighty Mile Beach

Tag 20

Eighty Mile Beach - Broome

(Halls Creek

Fitzroy Crossing)

 

370

Tag 21

Broome

Tag 22

Broome - Lake Argyle

Perth - Darwin

Kimberly Region

1.000

Tag 23

Lake Argyle

Tag 24

Lake Argyle - Katherine

Perth - Darwin

Katherine Hot Springs

520

Tag 25 & 26

Nitmiluk Nationalpark

Katherine Gorge

Edith Falls

Bootstour mit Aborigineskultur 

30

Tag 27

Litchfield Nationalpark

Robin Falls

Florence Falls

Wangi Falls

250

Tag 28

Litchfield Nationalpark - Darwin

140

Insgesamt

5.190 km

 

Und jetzt hoffe ich, euch einen tollen Vorgeschmack auf diese faszinierende Reise von Perth nach Darwin gewährt zu haben. Ich wünsche euch schon jetzt ganz viel Spaß auf der Reise von Perth nach Darwin und freue mich natürlich immer über eure Reiseberichte.

Über die Autorin
Laura

Ich liebe Australien und war mittlerweile bereits 20 Mal auf dem roten Kontinent. Die vielfältige Natur mit ihren einsamen und wunderschönen Orten im Outback haben es mir angetan. Aber auch das Leben in den Metropolen liegt mir sehr. Ich freue mich, euch hier meine persönlichen Insider-Tipps rund um das Thema Australien zu geben.

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Steffen von Loving Travel

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