Kata Tjuta – The Olgas

Laura
7. Dezember 2016
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Die knapp 22 km² große Gebirgskette Kata Tjuta bzw. Kata Joota, die nach ihrer höchsten Erhebung, dem Mount Olga (1.066 Meter), in der Umgebung umgangssprachlich mitunter auch „The Olgas“ genannt wird, liegt gut 365 Kilometer südwestlich von Alice Springs im Süden des australischen Bundesterritoriums Northern Territory im Zentrum des Landes. Die Kata Tjuta befinden sich in gut 25 Kilometer Entfernung westlich vom weltberühmten roten Felsmonolith Uluru (Ayers Rock), gemeinsam mit diesem sind die insgesamt 36 Berge Teil des 1987 gegründeten und heute 1.326 km² großen UNESCO-Weltnatur- und -kulturerbes des Uluṟu-Kata-Tjuṯa-Nationalparks. Am besten erreicht man die imposante Bergformation am Ende der Docker River Road mit dem Mietwagen über den Stuart Highway von Port Augusta bis nach Darwin und den Lasseter Highway von Erldunda bis nach Kata Tjuta.

Eindrücke der Kata Tjuta

Eine Anreise mit dem Flugzeug ist außerdem über die ca. 50 Kilometer entfernte Stadt Yulara möglich, neben dem Flughafen gibt es in der 1984 entstandenen Touristensiedlung mit aktuell ca. 1.000 Einwohnern auch einen Campingplatz, fünf Hotelanlagen, Shops und Restaurants sowie ein Besucherzentrum mit frei zugänglichen Internetterminals. Ein Großteil der 400.000 bis 500.000 jährlichen Besucher des Nationalparks verzichtet jedoch auf die inzwischen bequem in wenigen Stunden mit Direktflügen von Perth, Sydney, Melbourne und Cairns aus mögliche Anreise nach Yulara und bevorzugt die Fahrt mit dem Auto von Alice Springs aus durch heiße Halbwüste des „Red Centre“ samt derer langen Sanddünen. Dies vor allem auch deshalb, weil man auf dem Weg nach Kata Tjuta noch zusätzlich den gut 1.300 Hektar großen zoologischen Garten Alice Springs Desert Park besichtigen kann.

Kata Tjuta, dessen Name in der Sprache der regional ansässigen Aborginalstammes Ananagu bzw. Pitjantjatjara so viel wie „viele Köpfe“ bedeutet, entstand vor ca. 550 Mio. Jahren im Rahmen der Erosion einer unterirdischen Gesteinsschicht aus Basalt, Porphyr, Granit, Gneis und vulkanischem Gestein mit Anteilen von Quarz, Mikroklin und Orthoklas sowie weiteren Mineralien. Die optisch beeindruckende Gebirgsformation spielt genau wie der Uluru eine hervorgehobene Rolle im religiösen Glaubenssystem („Traumzeit“) der Eingeborenen, die Kata Tjuta bzw. Mount Olga als Sitz des großen Schlangengottes „Wanambi“ verehren, der den Berg der Legende nach nur in der Trockenzeit verlässt. Da das Areal bis heute für bestimmte Zeremonien genutzt wird, ist der Zutritt für Touristen teilweise beschränkt. Öffentlich zugänglich bei Temperaturen bis zu 36 °C ist jedoch der Wanderweg im „Valley of the Winds“, für den man ca. drei bis fünf Stunden benötigt.

Bei einer Wanderung auf dem Weg solltest duauf jeden Fall unbedingt ausreichend Trinkwasser mitnehmen, da es nur an einer Stelle des Weges eine Quelle mit solchem gibt. Etwas weniger Kondition benötigt man für die ca. einstündige Wanderung vom Besucherparkplatz bis hin zu dem steilen Einschnitt „Walpa Gorge“ zwischen zwei Gipfeln („Köpfen“) der Kata Tjuta. Da es an den Besucherparkplätzen wie auch auf dem gesamten Gelände keine Campingmöglichkeit für Besucher gibt, müssen diese das Areal bis zum Abend verlassen. Rund um Kata Tjuta gelten wie auch im gesamten Nationalpark strenge und detaillierte Regeln zum generellen Schutz der Umwelt und des Wohnbereichs der Anangu. Bei Verstößen werden empfindlich hohe Geldstrafen in Höhe von bis zu einigen Tausend australischen Dollar fällig. Zum umfangreichen Verbotskatalog zählen etwa das Durchführen wissenschaftlicher Forschungen, die Mitnahme von Bodenmaterial, das Abhalten von Versammlungen mit mehr als 15 Teilnehmern und die Missachtung von Sicherheitshinweisen.

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